Jacob Wolff
wurde am 30.4.1920 in Detmold geboren. Mit 6 Jahren verlor er sein Mutter.
Bevor er in das jüdische Waisenhaus in Paderborn kam, lebte er mit
seinen Eltern in Herford. In seinen Ferien besuchte er immer seine Großmutter
Fanny und seine Tante Paula Paradies, die in der Krummen Straße in
Detmold lebten. Seine Großmutter und seine Tante ersetzten ihm und
seinem Bruder das Elternhaus. Mit 14 Jahren machte er eine Maurerlehre
in Bocholt, 1937 legte er die Gesellenprüfung ab. In der Reichskristallnacht
wurde er auf der Baustelle verhaftet und in das Bocholter Polizeigefängnis
gebracht, von wo er wieder nach Hause geschickt wurde. Er versuchte nach
Holland zu fliehen, wurde aber zurückgeschickt und an der Grenze verhaftet.
Die Gestapo verschleppte ihn nach Sachsenhausen, wo er von Februar bis
Oktober 1939 war. Es gelang ihm, mit einem illegalen Transport per Schiff
nach Palästina auszuwandern. Dort machte er eine Umschulung zum Landwirt.
Bis 1957 lebte er im Kibbuz, wo er auch seine Frau Goldy Hirsch aus Wien
heiratete. Seit dem lebt er in Beit Yitzchak, wo er über das Rentenalter
hinaus als Lastwagenchauffeur für die Kooperative arbeitete.