Karla Raveh

Karla Raveh, geborene Frenkel, wurde im Mai 1927 als zweitälteste Tochter von Walter Frenkel und seiner Frau Herta in Lemgo, Echternstraße 70, geboren. Ihre Schwester Helga war zwei Jahre älter;später kamen noch zwei Brüder dazu. Am 9. November 1938 wurden der Vater und der Onkel von Karla Raveh verhaftet. Die Kinder der Familie mußten die Schule verlassen und zur jüdischen Schule nach Detmold fahren. Am 27. Juli 1942 wurde die Familie Frenkel über Bielefeld in das KZ Theresienstadt gebracht. Ihre Großmutter, Laura Frenkel, starb dort sehr bald nach der Ankunft. 1944 wurde die Familie nach Auschwitz gebracht.
Nur Helene Rosenberg, Karlas andere Großmutter, blieb in Theresienstadt und überlebte, weil sie in einen Transport in die Schweiz kam. Dort traf sie ihre Enkelin nach dem Krieg wieder. Helene starb jedoch 1950 in der Schweiz.
Karla Raveh hat als einzige ihrer Familie Auschwitz wieder verlassen können, alle anderen Familienmitglieder bis auf ihre Großmutter wurden ermordet. Sie kam über Bergen-Belsen in eine Munitionsfabrik in Salzwedel. Dort arbeitete sie unter härtesten Bedingungen, bis sie 1945, von den Amerikanern befreit, in die Schweiz gehen konnte. 1949 kam sie noch einmal nach Lemgo zurück, heiratete Szmuel Raveh, der ebenfalls als einziger einer großen Familie überlebt hatte, und ging mit ihm nach Israel.
Wer das Glück hat, Karla Raveh persönlich kennenzulernen, bewundert ihren Lebensmut und die Herzlichkeit,mit der sie auf andere Menschen zugeht, noch mehr aber ihre Fähigkeit, anderen Menschen wieder Lebensmut zu geben.-so z.B. jüdischen Besuchern, die oft nch 50 Jahren zum ersten Mal wieder in Deutschland - in ihrer Lemgoer Wohnung Aufnahme und Geborgenheit finden. Heute lebt sie, leider verwitwet, in einem Ort in der Nähe Haifas. Sie hat zwei Söhne und fünf Enkelkinder.

Karla Raveh (r.) Hier zusammen mit Ruth Margalit
Doch sie kommt seit 1986 regelmäßig jeden Sommer nach Lemgo und wohnt in der Echternstraße 70, in dem Haus, in dem ihre Familie bis 1942 gelebt hat. Sie ist inzwischen Ehrenbürgerin von Lemgo geworden. Unterhalb ihrer Wohnung in Lemgo hat sie ein kleines Museum eingerichtet, das auch, wenn sie nicht in Lemgo ist, geöffnet ist. Sie hat auch ein Buch verfasst, in dem sie ihre Zeit vor, in und nach dem Krieg schildert. In diesem Buch sind auch die Erinnerungen ihrer Großmutter Rosenberg enthalten. Dieses Buch können Sie bei uns bestellen.