Ruth
Margalit
Ruth Margalit: Sie wurde
am 28.2.1931 als Ruth Ehrmann in Detmold-Heidenoldendorf, Auf der Waldheide
96, als jüngstes Kind des kriegsbeschädigten Wilhelm Ehrmann
und seiner Frau Marie, geboren. Ihre Mutter war keine Jüdin, so daß
die Kinder als sogenannte "Halbjuden" aufwuchsen. Am 9.11.1938 kam ihr
Vater ins Gefängnis, die Familie mußte ihr Haus verlassen (Die
Nachbarin bot ihnen zwei Zimmer an!) und Ruth besuchte nach einem Jahr
Volksschule nun bis 1942 die jüdische Schule, Gartenstraße 6.
1943 wurden ihre Brüder Hans und Karl zusammen mit ihrem Vater nach
Bielefeld in ein Arbeitslager geschickt. Von dort aus wurden sie deportiert.
Am 12.2.1945 holte die SA Ruth ab. Sie kam nach Theresienstadt. Sehr krank,
aber als Überlebende trafen sich die Ehrmanns "zu Hause" wieder. Es
gab aber kein Zuhause mehr in Detmold für die Familie. 1949 entschloß
man man sich doch noch zu einer Auswanderung nach Israel. Dort lebt sie
zusammen mit ihrem Mann Benjamin aus Wien im Kibbuz Maayan Zwi.

Sie arbeitete
lange in der Küche des Eßsaals des Kibbuzes, wärend ihr
Mann der Küchenchef war. Heute arbeiten sie nicht mehr, sind aber
trotzdem noch sehr auf Draht. Sie haben zwei Kinder und elf Enkelkinder.
Sehr viele ihrer Bekannten verloren ihr Leben durch die nationalsozialistische
Vernichtungspolitik.