• Rundbrief 5/2026

    Detmold, den 10. 9. 2026

    Liebe Mitglieder,
    Freundinnen und Freunde der GfCJZ,

    nach unserer Sommerpause folgen im September und Oktober wieder spannende Veranstaltungen, zu denen wir Sie herzlich einladen:

     

    Sonntag, 04. Oktober 2026, 11:30 bis 18 Uhr

    Tagesfahrt nach Volkmarsen ins Gustav-Hüneberg-Haus

    Wir möchten gemeinsam mit Ihnen die Spuren jüdischen Lebens in Volkmarsen erkunden.

    Bei dem Gebäude im Steinweg 24 in Volkmarsen handelt es sich um das historische, denkmalgeschützte Gustav-Hüneberg-Haus, betrieben von dem Verein Rückblende – Gegen das Vergessen e. V.

    Im über 800 Jahre alten Gewölbekeller des Hauses befindet sich ein außergewöhnliches, jüdisches Ritualbad (Mikwe) aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert, das im Jahr 2013 entdeckt und freigelegt wurde. Es gilt als die zweitälteste freigelegte Mikwe in ganz Hessen. Auf zwei Etagen des Hauses wird die Ausstellung „Deutsch-Jüdisches Leben in unserer Region im Laufe der Jahrhunderte“ präsentiert, die einen umfassenden Einblick in das historische Zusammenleben bietet.

    Dazu bietet der Verein Rückblende - Gegen das Vergessen e. V.  in Volkmarsen eine Führung durch die Dauerausstellung, einen Stadtrundgang auf jüdischen Spuren und über das ehemalige Friedhofsgelände an. Im Buchcafé des Hauses werden wir außerdem zum Kaffee, Tee und Kuchen zusammensitzen.

    Im Anschluss nehmen wir an der Lesung von Christiane Kohl aus ihrem Roman „Das Zeugenhaus“. Nürnberg, als Täter und Opfer unter einem Dach zusammentraten, teil. Die Lesung beginnt um 16 Uhr und dauert ca. eine Stunde. Wer mit dem eigenen Auto anfährt, kann optional an der Lesung teilnehmen.

    Wir treffen uns in Detmold um 11:30 Uhr am Parkplatz Werrebogen (Hornsche Straße 50). Wer mit dem eigenen Auto anfährt, kann natürlich auch direkt zum Gustav-Hüneberg-Haus, Steinweg 24, 34471 Volkmarsen, fahren. Treffpunkt dort ist um 13 Uhr.

    Gerne organisieren wir Fahrgemeinschaften und bieten Mitfahrgelegenheiten an. Sollten Sie selbst einen Platz im Auto frei haben oder eine Mitfahrgelegenheit benötigen, geben Sie das bitte bei Ihrer Anmeldung an.

     

    Anmeldungen zu der Fahrt bitte per Mail (GfCJZ-Lippe@t-online.de) bis zum 23.09.2026.



     

     

    Donnerstag, 24. September 2026 um 19:30 Uhr

    Joseph Roth - Lebenswelten im Untergang

    Kommentierte Lesung mit Frank Meier-Barthel

    Der in Galizien geborene Joseph Roth (1894–1939) erzählte mit Anteilnahme von untergehenden Lebenswelten, gleichviel ob er sich in Radetzkymarsch dem greisen Kaiser Franz Joseph oder in Hiob einer vielfach bedrückten und bedrängten jüdisch-orthodoxen Familie zuwandte.

    Warmherzig und kühl zugleich blickte Roth auf seine Mitmenschen. Sein Essay Juden auf Wanderschaft ist nicht frei von romantisierender Nostalgie und enthält doch am Beispiel osteuropäischer Juden grundsätzliche Beobachtungen zum Thema Migration, die hellsichtig und aktuell sind. Er schrieb über bürokratische Schikanen, Armut und Anfeindungen, über Flucht, Heimweh und enttäuschte Hoffnungen.

    Joseph Roth starb im Pariser Exil, in das er wegen der National-sozialisten gegangen war. Meier-Barthel wird auch aus einem Bericht seines Freundes Soma Morgenstern über einen der letzten öffentlichen Auftritte Roths vor seinem frühen Tod vorlesen.

    Eine Kooperation
    der Lippischen Landesbibliothek / Theologischen Bibliothek Detmold,
    der Evangelischen Erwachsenenbildung,
    der Lippischen Landeskirche,
    der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Flyer zur Lesung

    Anmeldung unter 05231 92660-12 oder Email: auskunft@llb-detmold.de

    Der Eintritt ist frei.

    Lippische Landesbibliothek/Theologische Bibliothek Detmold
    Hornsche Straße 41 · 32756 Detmold



     

     

    Donnerstag, 08. Oktober 2026 um 18:00 Uhr

    „Lieber Vati“ und SS-Hauptsturmführer

    NS-Täter in der Familie - Faktensuche und emotionaler Prozess

    Matthias Altevogt

    Was haben die eigenen Großeltern im Nationalsozialismus genau getan? In den Archiven ist von den Akten der Wehrmacht, NSDAP, SS und der Entnazifizierungsverfahren erstaunlich viel erhalten und gut zugänglich. Eine personenbezogene Anfrage hat gute Aussichten auf Treffer.
    Bücher von Historikern dokumentieren, wie es in Konzentrationslagern und an der Front zuging.
    Aber was bedeutet es für die eigene Psyche und Familie, wenn Nachfahren grausame Fakten ans Licht bringen, die bisher verschwiegen oder verharmlost wurden? Und wie verhält sich die private Aufarbeitung zur öffentlichen Erinnerungskultur?

    Matthias Altevogt berichtet am Beispiel der Recherchen zu seinem Großvater Erduin Schondorff, SS-Hauptsturmführer im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin.

    GfCJZ Lippe mit Unterstützung vom KBW Lippe

    Gemeindehaus Hl. Kreuz Schubertplatz 10 Detmold



     

    Gerne geben wir eine Einladung der Bezirksregierung an Lehrer*innen weiter:

    Einladung zur Wanderausstellung des Riga-Komitees in der Bezirksregierung Detmold

    Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wie erinnern wir an die Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden? Und was bedeutet Erinnerungskultur für unsere Schülerinnen und Schüler heute?

    Mit der Wanderausstellung des Riga-Komitees lädt die Bezirksregierung Detmold Schulen dazu ein, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und Geschichte unmittelbar erfahrbar zu machen.

    Mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden wurden während der Zeit des Nationalsozialismus aus Deutschland in das Ghetto Riga deportiert. Für die meisten von ihnen endete die Deportation in Entrechtung, unmenschlichem Leid und schließlich in der Ermordung. Die Ausstellung erinnert an die Schicksale der deportierten Menschen und stellt zugleich die Frage, welche Verantwortung wir heute für das Erinnern und für unsere Demokratie tragen.

    Wir möchten Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler daher herzlich einladen, die Ausstellung zu besuchen.

    Die Ausstellung bietet insbesondere für den Unterricht in Geschichte, Politik, Gesellschaftslehre und weiteren Fächern der historisch-politischen Bildung einen interessanten Anknüpfungspunkt. Sie eröffnet die Möglichkeit, sich mit den nationalsozialistischen Verbrechen den Schicksalen der Opfer und der Bedeutung von Erinnerungskultur und demokratischer Verantwortung auseinanderzusetzen.

    Besuchszeitraum für Schulen

    01. September bis 16. Oktober 2026 Bezirksregierung Detmold, Leopoldstraße 15, 32756 Detmold

    Die Besuchstermine können individuell mit Ihnen abgestimmt werden. Wenn Sie mit Ihrer Klasse, einem Kurs oder einer Schülergruppe die Ausstellung besuchen möchten, wenden Sie sich bitte zur Terminvereinbarung an:

    Timo.Lang@bezreg-detmold.nrw.de

    Wir freuen uns, wenn möglichst viele Schulen aus dem Regierungsbezirk Detmold die Gelegenheit nutzen, die Ausstellung mit ihren Schülerinnen und Schülern besuchen und wir gemeinsam ein Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und Demokratie setzen.

     

    Der nächste Rundbrief ist für Mitte Oktober geplant und wird die Veranstaltungen rund um den 9. November ankündigen. Sollten Sie Hinweise auf Veranstaltungen lippischer Kommunen haben, teilen Sie uns dies bitte mit, so dass wir auch diese in unserem Rundbrief berücksichtigen können.

     

    Herzliche Grüße und für alle, die bald feiern: Shana Tova!

    Kristina Panchyrz und Philipp Wagner

     

    (Geschäftsführung)

     

  • Circular 5/2026         Translated by DeepL

    Detmold, 10 September 2026

    Dear members,
    friends of the GfCJZ,

    Following our summer break, we have a series of exciting events lined up for September and October, to which we warmly invite you:

     

    Sunday, October 04, 2026, 11:30 to 18

    Day trip to Volkmarsen to visit the Gustav-Hüneberg-Haus

    We would like to explore the traces of Jewish life in Volkmarsen together with you.

    The building at Steinweg 24 in Volkmarsen is the historic, listed Gustav-Hüneberg-Haus, run by the association Rückblende – Gegen das Vergessen e. V.

    In the building’s vaulted cellar, which is over 800 years old, there is an extraordinary Jewish ritual bath (mikveh) dating from the late 15th or early 16th century, which was discovered and excavated in 2013. It is considered the second-oldest mikveh to have been uncovered in the whole of Hesse. Spanning two floors of the building, the exhibition ‘German-Jewish Life in Our Region Through the Centuries’ offers a comprehensive insight into historical coexistence.

    In addition, the association ‘Rückblende – Gegen das Vergessen e. V.’ in Volkmarsen is offering a guided tour of the permanent exhibition, a walking tour of the town following in Jewish footsteps, and a tour of the former cemetery grounds. We will also gather in the building’s book café for coffee, tea and cake.

    Afterwards, we will attend a reading by Christiane Kohl from her novel *Das Zeugenhaus*. Nuremberg: where perpetrators and victims came together under one roof. The reading begins at 4 pm and lasts approximately one hour. Anyone travelling by car may choose to attend the reading.

    We’ll meet in Detmold at 11.30 am at the Werrebogen car park (Hornsche Straße 50). Anyone travelling by car is, of course, also welcome to drive directly to the Gustav-Hüneberg-Haus, Steinweg 24, 34471 Volkmarsen. The meeting point there is at 1 pm.

    We’re happy to organise car pools and offer lifts. If you have a spare seat in your car or need a lift, please let us know when you register.

     

    Please register for the trip by email ( GfCJZ-Lippe@t-online.de ) by 23 September 2026.



     

     

    Thursday, September 24, 2026, 19:30

    Joseph Roth – Worlds in Decline

    A guided reading with Frank Meier-Barthel

    Joseph Roth, who was born in Galicia (1894–1939) wrote with empathy about vanishing worlds, whether he was turning his attention to the ageing Emperor Franz Joseph in *The Radetzky March* or to a Jewish Orthodox family facing multiple forms of oppression and hardship in *Job*.

    Roth viewed his fellow human beings with a blend of warmth and detachment. His essay *Jews on the Move* is not without a touch of romanticised nostalgia, yet, using the example of Eastern European Jews, it contains fundamental observations on the subject of migration that are perceptive and still relevant today. He wrote about bureaucratic harassment, poverty and hostility, about flight, homesickness and dashed hopes.

    Joseph Roth died in exile in Paris, where he had fled to escape the National Socialists. Meier-Barthel will also read from an account by his friend Soma Morgenstern of one of Roth’s last public appearances before his untimely death.

    A Cooperation of
    Lippischen Landesbibliothek / Theologischen Bibliothek Detmold,
    Evangelischen Erwachsenenbildung,
    Lippischen Landeskirche,
    Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold
    Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.

    Flyer for the reading

    To book, call 05231 92660-12 or email: auskunft@llb-detmold.de

    Admission is free.

    Lippische Landesbibliothek/Theologische Bibliothek Detmold
    Hornsche Straße 41 · 32756 Detmold



     

     

    Thursday, October 08, 2026, 18:00

    ‘Dear Dad’ and SS-Hauptsturmführer

    Nazi perpetrators in the family – establishing the facts and an emotional process

    Matthias Altevogt

    What exactly did my own grandparents do during the Nazi era? A surprising amount of material from the files of the Wehrmacht, the NSDAP, the SS and the denazification proceedings has been preserved in the archives and is readily accessible. A personalised search is likely to yield results.
    Books by historians document what life was like in concentration camps and on the front line.
    But what does it mean for one’s own mental well-being and family when descendants bring to light cruel facts that have previously been concealed or downplayed? And how does private coming to terms with the past relate to public culture of remembrance?

    Matthias Altevogt reports on the example of his research into his grandfather Erduin Schondorff, an SS-Hauptsturmführer at the Sachsenhausen concentration camp near Berlin.

    GfCJZ Lippe, with the support of KBW Lippe

    Gemeindehaus Hl. Kreuz Schubertplatz 10 Detmold



     

    We are pleased to pass on an invitation from the district administration to teachers :

    Invitation to the Riga Committee’s travelling exhibition at the Detmold District Administration

    Dear headteachers and colleagues,

    How do we commemorate those who were persecuted, deported and murdered during the Nazi era? And what does a culture of remembrance mean for our pupils today?

    Through the Riga Committee’s travelling exhibition, the Detmold District Administration is inviting schools to explore these questions and bring history to life.

    More than 25,000 Jewish men and women were deported from Germany to the Riga ghetto during the Nazi era. For most of them, deportation led to the deprivation of their rights, inhuman suffering and, ultimately, murder. The exhibition commemorates the fates of those who were deported and, at the same time, raises the question of what responsibility we bear today for remembrance and for our democracy.

    We would therefore like to cordially invite you and your pupils to visit the exhibition.

    The exhibition offers an interesting starting point, particularly for lessons in history, politics, social studies and other subjects relating to historical and political education. It provides an opportunity to explore the crimes of National Socialism, the fates of the victims, and the significance of remembrance and democratic responsibility.

    Visiting dates for schools

    1 September to 16 October 2026 Detmold District Government, Leopoldstraße 15, 32756 Detmold

    Visiting dates can be arranged individually with you. If you would like to visit the exhibition with your class, a course or a group of pupils, please contact the following to arrange an appointment:

    Timo.Lang@bezreg-detmold.nrw.de

    We would be delighted if as many schools as possible from the Detmold administrative district took the opportunity to visit the exhibition with their pupils, so that together we can send a message of remembrance, responsibility and democracy.


    The next newsletter is scheduled for mid-October and will announce the events taking place around 9 November. If you have any information about events organised by local authorities in the Lippe region, please let us know so that we can include them in our newsletter.

     

    Warm regards, and to everyone celebrating soon: Shana Tova!

    Kristina Panchyrz and Philipp Wagner

     

    (Management)

     

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