Sonntag, 19. September, 15 Uhr

Neue Doppelspitzen im Vorstand

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. stellt sich neu auf

Die Wahl von neuen Doppelspitzen für den Vorstand stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.: „Wir wollen unsere Arbeit auf mehrere Schultern verteilen und gleichzeitig den Vorstand verjüngen“, so Geschäftsführerin Micheline Prüter-Müller zur Motivation, in Zukunft auf noch mehr Teamarbeit zu setzen.

Nachdem zunächst die Satzung einstimmig geändert wurde, war der Weg frei für die Wahl der neuen Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführerin. So wird in Zukunft Kristina Panchyrz in der Geschäftsführung Micheline Prüter-Müller unterstützen. Petra Hölscher übernimmt Verantwortung und Aufgaben gemeinsam mit der jüdischen Vorsitzenden Joanne Herzberg, Dr. Oliver Arnhold steht ab sofort der evangelischen Vorsitzenden Bettina Hanke-Postma zur Seite und Christine Tellbüscher-Beckfeld engagiert sich als Doppelspitze mit der katholischen Vorsitzenden Barbara Klaus. Den Vorstand komplettieren Schatzmeister Rüdiger Schleysing, Petra Schröder-Heidrich zuständig für die Pressearbeit und Günter Stukenbrok als Kassenprüfer.

Die Freude war groß, sich nach der Corona-bedingten Zwangspause endlich mal wieder mit den Mitgliedern in Präsenz treffen zu können, um einen Rückblick auf die Jahre 2019 und 2020 zu werfen und gleichzeitig den Blick nach vorne zu wenden auf bereits terminierte Veranstaltungen und Projekte im kommenden Herbst und im Jahr 2022. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der geplanten Besuchswoche im kommenden November. Die Begegnungen mit Menschen aus Lippe zu fördern, die heute in Israel und anderen Ländern leben, zählen zu den besonderen Anliegen der 1988 gegründeten Gesellschaft. Und so werden Anfang November-wenn es die Pandemie zulässt-Schweizer Nachfahren von Felix Fechenbach Detmold besuchen. „Wir freuen uns auf den Austausch mit der „Enkelgeneration“, so Kristina Panchyrz, die gemeinsam mit Dr. Oliver Arnhold die Besuchswoche vorbereitet.

Mehr Informationen zur Arbeit und zu Veranstaltungen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. finden Sie unter dem Menuepunkt: Termine

(PSH)

 

Neue und alte Mitglieder des Vorstandes der GfCJZ Lippe: (v. u. nach o., v. l. nach r.)Kristina Panchyrz, Petra Schröder-Heidrich, Bettina Hanke-Postma, Petra Hölscher, Micheline Prüter-Müller, Barbara Klaus, Christine Tellbüscher-Beckfeld, Rüdiger Schleysing, Oliver Arnhold

Freitag, 11. Juni, 11 Uhr

Gedenken an den Stolpersteinen für die Familie Herzberg in Detmold

Fred Herzberg zum 100. Geburtstag

Fred Herzberg, am 11. Juni 1921 als Fritz in Detmold geboren, lebte mit Eltern und seiner Schwester Gerda in der Langen Straße 21 und damit in der Nähe zum Schloss, Konzerten im Park und zum Theater.

Heute liegen dort Stolpersteine zum Erinnern und Gedenken für Fred und seine Familie. Seine Eltern, seine Schwester und seine Großmutter überlebten den Holocaust nicht, sie hatten keine Chance dem Völkermord zu entkommen. Fritz verließ im Februar 1939 Deutschland, beschwert mit der uneinlösbaren Aufgabe, nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie zu retten. Am Ende dieser Reise war aus Fritz Fred geworden, und dieser Weg führte ihn nie wieder nach Deutschland und Detmold zurück.

Zu seinem 100. Geburtstag gedachten der Vorstand und Mitglieder der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. am Platz der im letzten Jahr verlegten Stolpersteine an das Schicksal von Fred Herzberg. Gudrun Mitschke-Buchholz, Detmolder Historikerin und Mitarbeiterin des Stadtarchivs, berichtete in ihrer Rede mit nachdrücklichen Worten vom Lebensweg Freds, der nach seiner Auswanderung im Jahr 1947 in die USA ein neues Leben aufnahm, eine Familie gründete, Vater zweier Kinder wurde und in St. Louis ein anderes, eher europäisch geprägtes Leben führte. Seine Vergangenheit spielte dort keine offen ausgesprochene Rolle, sondern war für ihn selbst und seine Familie zu einem sehr wirkmächtigen Tabu geworden.

„Das Trauma kennt keine Zeit. Und so begleitete Fred der Verlust seiner Familie sein Leben lang“, so Gudrun Mitschke-Buchholz, die 2013 in einem Buch mit dem Titel „Lebenslängliche Reise. Briefe der jüdischen Familie Herzberg 1939-1946“ die Geschichte der Familie erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. „100 Jahre. Das ist unvorstellbar. Die Erinnerung an Fred und seine Familie ist ein Teil von uns und von Detmold geworden. Auf der Gedenktafel, im Herzberg-Buch, im Detmolder Gedenkbuch und nun hier durch die Stolpersteine.“ Mit diesen Worten schloss Gudrun Mitschke-Buchholz die kleine Feierstunde ab.

Mehr Informationen zur Familie Herzberg und den Detmolder Opfern des Holocaust stehen unter www.stadtarchiv.detmold.de und www.gedenkbuch-detmold.de.

 

Samstag, 8. Mai, 11 Uhr

1700 jüdisches Leben in Deutschland
Beeindruckende Performance an der Gedenkstätte „Alte Synagoge“ in Detmold

 

Mit einem Open-Air-Kunstprojekt setzten jetzt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule einen beeindruckenden Akzent im Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Auf diesem Hintergrund wurde bereits im Jahr 2018 gemeinsam mit Schüler*innen (Kunstkurs Jahrgangsstufe 11 unter Leitung von Lehrerin Dorle Timmerhues-Gottschalk) der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und der evangelischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. Bettina Hanke-Postma, eine Projektidee entwickelt, mit einer Kunstaktion auf das lange jüdische Leben in Detmold und Lippe aufmerksam zu machen.

Das Ergebnis sind acht Stoffbahnen mit deutschen und hebräischen Texten aus den heiligen Schriften der Preisungen bzw. der Psalmen, die zwischen den Säulen an der Gedenkstätte am Platz der Alten Synagoge an der Exterstrasse vorübergehend installiert wurden. Mit Bedacht war für die Performance der 8. Mai gewählt worden, der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Detmolds stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter betonte so auch in ihrem Grußwort, wie wichtig für Jugendliche die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ist, damit sie ihre Zukunft gestalten können.

In Anwesenheit von Schulleiter Christoph Trappe und einiger beteiligter Schüler*innen des Kunstkurses der Geschwister-Scholl-Gesamtschule erläuterte Bettina Hanke-Postma den Weg von der Idee zur Umsetzung: Die Auseinandersetzung mit den Psalmtexten und deren bildliche Umsetzung, aber auch das Annähern an den Ort der Gedenkstätte mit einer persönlichen Begehung. Ihr besonderer Dank galt der Stadt Detmold, deren städtischer Bauhof ganz unkompliziert die Installation der Fahnen realisierte.

Da die augenblicklichen Corona-bedingten Umstände eine längere Ausstellung an der Gedenkstätte nicht ermöglichten, sollen die Fahnen als Wanderausstellung interessierten Schulen und Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Ansprechpartnerin ist Bettina Hanke-Postma unter der Mailadresse GfCJZ-Lippe@t-online.de

Die Videodokumentation dieses Events wurde inzwischen fertig gestellt:

Hinweis:

Die Projektpräsentation war als Versammlung mit maximal 30 Teilnehmenden bei der Polizei Lippe angemeldet worden. Die Corona-Abstandsregeln und die Maskenpflicht wurden eingehalten.

   
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