Mittwoch, 10. Juni 2026 um 19 Uhr

„Müssen Juden missioniert werden? Evangelische Kirche und Judenmission“

Vortrag von Jan Christian Pinsch

„Israel bleibt Gottes erwähltes Volk, obwohl es den Glauben an Jesus als seinen Messias nicht angenommen hat“: So hat es die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im Jahr 2000 festgehalten und einer institutionell organisierten Judenmission eine klare Absage erteilt. Doch bis dahin war es ein langer Prozess. Jan Christian Pinsch zeigt in seinem Vortrag, dass im Hintergrund der Judenmission eine antijüdische Grundhaltung steht, die seit der Reformationszeit bis weit in das 20. Jahrhundert die evangelische Kirche prägte. Nur langsam erhoben sich nach 1945 Stimmen für eine Neujustierung des christlich-jüdischen Verhältnisses. Zugleich gibt es bis heute vor allem evangelikale Kreise innerhalb und außerhalb der Landeskirchen, deren Wahrheitsanspruch und Missionsverständnis der Distanzierung von der Judenmission diametral entgegenstehen.

Jan Christian Pinsch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für neuere Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Universität Paderborn. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören u.a. Antisemitismus und Verschwörungsmythen, ev. Kirche und Rechtspopulismus.

Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38, Detmold